
Sarah hatte sich schrecklich gefhlt, einfach so davonzulaufen. Das war so gar nicht ihre Art. Aber sie brauchte einfach Zeit fr sich, ein bisschen frische Luft, um nach dem fetzigen Streit mit ihrem neuen Freund einen klareren Kopf zu bekommen. Deshalb strmte sie zur Tr heraus, lie diese nicht gerade leise hinter sich ins Schloss krachen. Die Treppen nahm sie schnell, mehr als zwei Stufen auf einmal. Und dann stand sie auf der Strae...von weitem konnte sie auf den Fluss blicken. Wie sehr es ihr doch hier in Osteuropa gefiel! Als Erasmus-Studentin war sie vergangenen Sommer nach Prag gekommen, hatte sich gleich in einen ihrer Kommilitonen verliebt. Er war genauso literaturinteressiert wie sie und gerade deswegen entwickelte sich ihre Beziehung sehr schnell. Doch nun? war es aus? Erschpft setzte sie sich auf eine Bank am Fluss und sah abwesend auf das dahinstrmende Wasser hinunter. Pltzlich merkte sie, wie sich jemand zu ihr auf die Bank setzte und sie ansprach. Er rezitierte ein Gedicht ihres Lieblingsdichters, indem es um die tosenden Fluten des Lebens ging. Genau wie dieser Fluss und wie deine Gefhle, meinte er. 